Lernen Interaktiv

Geschichte eines Mediums

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Timeline_EnhancedEBook

 

Das Enhanced E-Book erscheint auf den ersten Blick so modern und innovativ. Letztenendes steht es aber in einer Reihe von Ereignissen die schon vor hunderten von Jahren begonnen haben und ist sicherlich auch noch nicht „das Ende der Fahnenstange“. In einer Infografik habe ich eine Auswahl an Ereignissen zusammengefasst, die diesen Weg beschreiben.

Die Zeitreise beginnt natürlich mit dem größten „Event“ des 15. Jahrhunderts: Der Erfindung des modernen Buchdrucks durch Gutenberg . Von diesem Moment an veränderte sich unsere Kultur drastisch. Sie wird lesend, systematisch, individuell, reproduzierbar… und linear. Einen unscheinbaren Bruch dieser Linearität wagte Ramelli im 16. Jh mit der Erfindung des „Buchrades“. Mit diesem konnte man bequem zwischen bis zu 12 Büchern hin- und herspringen. Historiker sehen deshalb hierin einen ersten Vorläufer des Hypertextes. Durchsetzen konnte sich die verrückte Maschine allerdings nicht, es gibt keine eindeutigen Belege ob sie überhaupt irgendwo zum Einsatz kam. Und so bleibt das Buch die nächsten 3 Jahrhunderte mehr oder weniger konkurrenzlos. Bis…

… die elektronischen Medien auf der Weltenbühne erscheinen und die Erfindung des Computers und damit einhergehend des Hypertextes, des Internets und der digitalen Reproduktion anstehen. Eine genaue Datierung dieser Ereignisse würde den Rahmen der Grafik sprengen, aus diesem Grund lasse ich sie vereinfacht im Jahre 1941 beginnen, dem Jahr als Konrad Zuse den ersten vollautomatischen, freiprogrammierbaren Computer entwickelte.

Eine Großoffensive für das digitale Buch beginnt am 4. Juli 1971, als der Student Michael S. Hart am Tag der amerikanischen Unabhängigkeit, die Unabhängigkeitserklärung abtippt und im Netzwerk der Universität Illinois einstellt. Später gründet Hart das „Gutenberg Project“ bei dem Werke mit verjährtem Urheberrechtsschutz digitalisiert und kostenlos der Internetgemeinschaft zur Verfügung gestellt werden.

Ein Buch will aber nicht nur zu Hause am Schreibtisch gelesen werden. Unsere mobile Gesellschaft braucht transportable Geräte. Seit 1997 (Gründung der Firma E-Ink) wird versucht einen komfortabelen und akzeptierten E-Book Reader zu entwickeln. Dies gelingt – im großen Maße – erst mit dem Amazon Kindle im Jahre 2007. Aber die augenfreundlichen, schwarz-weißen, nicht selbstleuchtenden E-Book Reader bekommen 2010 eine schillernde, bunte Konkurrenz: Das erste Apple IPad. Ein Gerät das Lust macht auf erweiterte Inhalte, auf selbst aktiv werden, auf grenzenlose Freiheit, auf spielen, auf Lernen… Da Apple das erkannt hat liefert es 2 Jahre später gleich eine kostenlose Software nach, die jeden (der Zugang zu einem  Apfel hat) in die Lage versetzt, selbst Autor von Enhanced E-Books zu werden.

Bleibt nur noch etwas anzumerken, dass seit 2006  im Gange ist und für die Entwicklung von Enhanced E-Books interessant sein könnte: Die Entwicklung des HTML5 Standards. Dieser fasziniert besonders den Entwickler in mir. Denn mit HTML5 ist die Hoffnung einer plattformübergreifenden  Produktion verbunden, die keinerlei Einbußen in der Gestaltung, Interaktion, Animation und User Experience machen muss.

Fazit: Das gedruckte Buch hat über mehrere Jahrhunderte dominiert und wurde selbst durch das nächste große und einschneidende Ereignis, die Erfindung des Computers, nicht verdrängt. Bücher werden digital, aber es ändert sich im Moment noch verhältnismäßig wenig daran, was ihre Gestaltung, Struktur und  die Rezeptions-Methoden (z.B. das Lesen) betrifft. Dabei steckt vorallem in dem Phänomen „Tablet“ mit Sicherheit noch ungeahnter Sprengstoff, der unsere Gewohnheiten grundlegend auf den Kopf stellen könnte.

Autor: Anna

Seit März 2011 studiere ich E-Learning und Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und schreibe dort aktuell meine Masterarbeit zum Thema "Enhanced E-Books als Lehrbücher". Zuvor habe ich meinen Bachelor in Informationsdesign an der Hochschule der Medien abgeschlossen.

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