Lernen Interaktiv

Mit Nase,Kopf und viel Gefühl – IPad Apps für alle Sinne

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Ich habe mir für den Zeitraum meiner Masterarbeit ein IPad geliehen. Der Vorteil gegenüber dem Kaufen ist, dass ich keine persönliche Bildung zum Gerät aufbauen kann, da man es ja irgendwann  zurückgeben muss. Auf diese Weise bleibt es ein Arbeitsgerät! So die Theorie… In der Praxis sieht das dann schon anders aus. Da merke ich wie sehr mich dieses Gerät tatsächlich verändert: Abends im Bett ein Blitzgedanke? – Ipad raus, Gedanke notiert, visualisiert und schnell noch was dazu im Internet recherchiert. 😉 Das Ipad ist so schnell an, wie meine Gedanken kommen und gehen.

Die zweite Sache ist, dass ich die Finger nicht vom APP Store (zu aller Beruhigung: vorallem von gratis Angeboten) lassen kann. Unter dem Deckmantel der Masterarbeit habe ich für fast jeden Download ein unschlagbares Argument… Und wir können doch so einiges von Apps und vorallem Tablet- Magazinen lernen, was auch digitale Lehrbücher betrifft.

Deshalb an diese Stelle drei App-Beispiele für die, mit und ohne Sinn/e, die allesamt Inspiration für die Zukunft einer neuen Lehrbuchgeneration sein könnten.

ten1Ten + 1

Für dieses Spiel braucht man, wie der Name schon sagt, zehn Finger + 1. Da nur wenige Menschen über einen 11. Finger verfügen muss der Spieler sich mit seiner Nase behelfen. Ziel des Spieles ist es, sich  immer schwerere Muster einzuprägen, in welcher Reihenfolge die Finger bewegt werden müssen. Weil der Spieler mit der Nase am Bildschirm „klebt“, wird er dabei nicht mehr durch seine Augen unterstützt, sondern er überträgt das gelernte Muster aus dem Gedächtnis direkt auf die Hände. Klingt komisch – ist auch so! Die Faszination dieser App liegt für mich darin, dass sie es schafft eines unserer Organe einzusetzen, für das wir im Bereich der digitalen Medien eigentlich (noch) gar keine Verwendung haben: unsere Nase.  Schummeln ist übrigens sehr schwer, es sei denn, man ist sehr gelenkig oder arbeitet kooperativ…

SymboliaSymbolia

Symbolia ist ein Enhanced Comicnachrichtenmagazin, das von den beiden US-Amerikanerinnen Erin Polgreen und Joyce Rice herausgegeben wird. Beim Betrachten der ersten Ausgabe „How we Survive“ (Dezember,2012) wird  man seinen Augen nicht trauen. Genau: Bei diesem Beispiel steht das Auge und die Macht der Bilder im Fokus. Das macht es unglaublich  zeitgemäß und doch so einzigartig, weil es als journalistisches Werk fast ohne Wörter auskommt. Die „Enhanced“ Elemente werden manche als „nicht der Rede wert“ abtuen: Es gibt einige wenige Audiodateien und ein animiertes Cover. Mehr nicht? Ich finde mehr braucht es nicht! Die erweiterten Elemente sind so gezielt und so feinfühlig eingesetzt, dass sie die Bilder lebendig werden lassen. Das fällt erst richtig auf, wenn man zum Vergleich die PDF Version (ohne die erweiterten Inhalte) heranzieht: Es funktioniert mit und ohne, aber als ich in der IPad Version die Schritte im Kies gehört habe, habe ich Gänsehaut bekommen.

braindipBrain Dip Magazine

Noch ein Tablet-Magazin, aber ein ganz andere Strategie: Brain Dip (2009) versucht dem verstaubten Lehrbuchmarkt etwas entgegenzusetzen. Die Revolution verläuft auch hier eher schleichend (was nicht schlecht sein muss), denn der Lesetext ist und bleibt das zentrale Element. In der ersten und bislang leider einzigen Ausgabe ist der Ausgangspunkt die vollständige Antrittsrede des US-Präsidenten Barack Obama im Januar 2009. Die Rede ist in Abschnitte und Paragrafen unterteilt. Zu jedem Abschnitt gibt es zusätzlich einen Videoausschnitt der originalen Fersehübertragung, der es ermöglicht die Rede zu hören und die Gestik und Mimik des Redners zu verfolgen. Ein Farbsystem kennzeichnet in jedem Paragrafen, welche Verbindung zwischen Inhalt der Rede und den Unterrichtsfächern (Literatur, Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften, Mathematik ) besteht. An das Magazin angebunden ist eine Art Learning-Management-System (LMS), das durch Antippen der einzelnen Paragrafen geöffnet wird. Das LMS stellt neben aktivierenden Fragestellungen auch eine abgeschlossene Austauschsplattform mit Diskussionsform, Blog und Kommentarfunktion zur Verfügung.

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Autor: Anna

Seit März 2011 studiere ich E-Learning und Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und schreibe dort aktuell meine Masterarbeit zum Thema "Enhanced E-Books als Lehrbücher". Zuvor habe ich meinen Bachelor in Informationsdesign an der Hochschule der Medien abgeschlossen.

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