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Was macht ein gutes Lehrbuch aus?

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Eine Frage, die sich wie so häufig gar nicht so einfach beantworten lässt. Und das obwohl es das gedruckte Lehrbuch bereits seit mehreren hundert Jahren gibt – vom Enhanced E-Book das noch in den Kinderschuhen steckt will ich noch gar nicht sprechen.

„Wenn es keine Bücher gäbe, wären wir alle völlig roh und ungebildet, denn wir besäßen keinerlei Kenntnisse über das Vergangene, keine von göttlichen oder menschlichen Dingen. Selbst wenn wir irgendein Wissen hätten, so gliche es den Sagen, die durch die fließende Unbeständigkeit mündlicher Überlieferung tausendmal verändert wurden. Welch göttliches Geschenk sind also die Bücher für den Menschengeist! Kein größeres könnte man sich für ein Leben des Gedächtnisses und des Urteils wünschen. Sie nicht lieben heißt die Weisheit nicht lieben. Die Weisheit aber nicht lieben bedeutet, ein Dummkopf zu sein. Das ist eine Beleidigung für den göttlichen Schöpfer, welcher will, dass wir sein Abbild werden.“
Comenius (1650): Über Bücher als Hauptwerkzeug der Bildung

Bedauerlicherweise ist die Lehrbuchforschung verglichen mit der Schulbuchforschung ziemlich dünn besetzt. Ich halte es aber für wichtig hier eine Unterscheidung zu machen, da sich der Umgang mit Lehrbüchern im Studium grundlegend anders verhält als der Einsatz von Schulbüchern in der Schule. So basiert die Auseinandersetzung mit Lehrbüchern im Studium in der Regel auf Freiwilligkeit und Selbstständigkeit (Die Instruktion muss als in dem Lehrbuch selbst enthalten sein und kann nicht in Teilen durch eine Lehperson ersetzt werden).  Zudem haben Studierende die Möglichkeit zwischen verschiedenen Werken zu ein und dem selben Thema zu wählen, Werke miteinander zu vergleichen oder selbstbestimmt vereinzelte Passagen zu entnehmen. Wobei Literaturtipps des Dozenten diese Auswahl erheblich beeinflussen, ebenso wie die Angabe von „Pflichtliteratur“ , welche für das Bestehen von Prüfungen vorausgesetzt wird (Vgl. Schlösser, 2012, S. 183f).

„Ein gutes Lehrbuch“ kann daher keinesfalls nur bedeuten, dass ein Lehrbuch didaktisch besonders gut und lernförderlich aufbereitet ist und alle Inhalte die zum Erreichen eines Zieles (z.B. Prüfung bestehen) geliefert werden. Ein „gutes Lehrbuch“ muss zunächst einmal die Akzeptanz der Zielgruppe erfahren, um überhaupt ausgewählt und gelesen zu werden.

Literatur:

Schlösser, B. (2012). Die Gestaltung moderner Lehrbücher. Baden-Baden: Nomos

Autor: Anna

Seit März 2011 studiere ich E-Learning und Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und schreibe dort aktuell meine Masterarbeit zum Thema "Enhanced E-Books als Lehrbücher". Zuvor habe ich meinen Bachelor in Informationsdesign an der Hochschule der Medien abgeschlossen.

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