Lernen Interaktiv

Theorie: Wie verändert der Einsatz von IWBs den Unterricht

2 Kommentare


Hier eine Zusammenfassung des Theorieteils meiner Bachelorarbeit:

Nach wie vor gibt es kaum wissenschaftliche Belege, wie sich der Einsatz Interaktiver Whiteboards auf den tatsächlichen Lernerfolg der Schüler auswirkt. (Irion, T., 2010)

MOTIVATION

Aus einigen Studien geht hervor, dass IWBs in der Lage sind die Motivation von Schülern zu steigern. Die Schüler sind aufmerksamer und zeigen größere Bereitschaft zur aktiven Teilnahme am Unterricht. (Passey et al., 2004) Die Faszination des neuen Mediums reicht aber nicht aus, um langfristig zu motivieren, denn über kurz oder lang wird auch das IWB zum Alltag. (Graube, G. & Kannenberg, 2010, S.36 ff.)

ZENTRIERUNG

Es wird befürchtet, das Interaktive Whiteboards zu mehr Frontalunterricht verleiten. Als Ursachen werden Unsicherheit im Umgang mit dem neuen Medium (Grabe, G. & Kannenberg, 2010, S. 36 ff), fehlende Erfahrung zum didaktischen Einsatz (Irion, T., 2010, S.16 ff) und das Festhalten an der klassischen Lehrerrolle (Beauchamp, G. & Parkinson, J., 2005, S. 97 ff) gesehen.

ZEIT

Interaktive Whiteboards verändern die Struktur des Unterrichts. Es erwarten den Lehrer beispielsweise neue Aufgaben, wenn er morgens den Klassenraum betritt: Statt Tafel zu wischen muss erst einmal das Interaktive Whiteboard betriebsbereit gemacht werden. Auch die Unterrichtsvorbereitung hat sich verändert und alles muss digitalisiert werden. Dies wirkt sich auch auf Unterrichts- und Vorbereitungszeit aus. Bei manchen als Zeitgewinn (BECTA, 2007), bei vielen Lehrern, besonders in der Anfangsphase, bedeutet der Kampf mit der Technik aber in erster Linie ein Zeitverlust (Christiansen, C. et al., 2010).

MEDIENKOMPETENZ

Als Mehrwert davon digitale Medien in den Unterricht zu bringen, erwartet man sich eine Förderung der Computer- und Medienkompetenz von Schülern. Die Europäische Union fordert Computerkompetenz, als Schlüsselkompetenz für lebenslanges Lernen. Auch in den Lehrplänen der Bundesländer ist Computer- oder Medienkompetenz mehr oder weniger stark verankert. Das Interaktive Whiteboard bringt den Computer für alle sichtbar und gemeinsam erlebbar in den Klassenraum (Kohls, C., 2010). Es kann so in Kombination mit geeigneten Unterrichtskonzepten die Medienbildung unterstützten.

Das Interaktive Whiteboard hat Stärken und Schwächen. Es hat Potential neue, innovative Unterrichtsformen zu ermöglichen und einen spannenden, anschaulichen Unterricht zu gestalten. (Wieden-Bischof, D., 2008) Wird mit der medialen Vielfalt aber nicht richtig umgegangen, kann es passieren dass es zum “großflächigen Flashplayer missbraucht” (Kreuzler, T. 2010, S.59 f) wird oder ein Dasein als „besserer Overheadprojektor“ fristet (Beauchamp, G. & Parkinsson, J., 2005)

Quellen:

Beauchamp, G. & Parkinson, J. (2005). Beyond the wow factor: developing interactivity with the interactive whiteboard. School Science Review (86) 316. 97–103.

Becta (2007). Evaluation of the Primary Schools Whiteboard Expansion Project. Report to the Department for Children, Schools and Families. Retrieve Date 09.01.2011 From http://research.becta.org.uk/upload-dir/downloads/page_documents/research/whiteboards_expansion.pdf

Christiansen, C., Johansson, Å., Lindberg, P., Nordling, A., Oliveras, T., Pillola G. (2010). Interaktiva skrivtavlor och aktiva lärare – problem och möjligheter. Skolportens numrerade utvecklingsartiklar, 1. Hämtad 15.01.2011 från www.skolporten.com/art.aspx?id=FkXW8

Graube, G. & Kannenberg, S. (2010), Revolutionieren digitale Whiteboards den Unterricht?. Folio, 2, 36 – 41. Abruf am 09.01.2011 von http://www.bch-folio.ch/default.asp?PROJECTID=329

Irion, T. (2010). Interaktive Whiteboards: Was sollten Lehrkräfte wissen und können? Computer + Unterricht, 78, 16- 18.

Kohls, C. (2010). Mein SMART Board. Das Praxishandbuch für den erfolgreichen Einsatz im Unterricht. Augsburg: Projekt Bildung Media.

Kreuzler, T. (2010). Interaktive Whiteboards. Die Multimediatafel im didaktischen Netzwerk. Schulmagazin 5-10, 12, 59-60.

Passey, D., Rogers, C., Machell, J. and Mchugh, G. (2004).The motivational effect of ICT on pupils. Lancaster: Lancaster University. Retrieved Date 26.11.2010 from http://portaldoprofessor.mec.gov.br/storage/materiais/0000012854.pdf

Wieden- Bischof,D. (2008). Interaktive Whiteboards. Überblick und Einsatzmöglichkeiten im Unterricht. Abruf am 11.11.2010 von http://virtuelleschule.bmukk.gv.at/uploads/media/UEberblick_SR_Interactive_whiteboards.pdf

Autor: Anna

Seit März 2011 studiere ich E-Learning und Medienbildung an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und schreibe dort aktuell meine Masterarbeit zum Thema "Enhanced E-Books als Lehrbücher". Zuvor habe ich meinen Bachelor in Informationsdesign an der Hochschule der Medien abgeschlossen.

2 thoughts on “Theorie: Wie verändert der Einsatz von IWBs den Unterricht

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  2. Tolle Zusammenfassung der Literatur! Ist die Arbeit zwischenzeitlich abgeschlossen? Mich würde sie interessieren! Andreas

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